Kumulierungsverbot

Das Kumulierungsverbot gilt für Bauverträge, bei denen sowohl eine Vertragsstrafe auf die Nichteinhaltung eines Zwischentermins steht, als auch auf die zeitliche Fertigstellung des Gesamtprojekts. Hält jetzt der Bauunternehmer die Zwischenfrist nicht ein, resultiert dadurch meist eine Gesamtverzögerung. Hier sieht der BGH eine unangemessene Belastung für den Werkunternehmer: Die Kumulierung von Tatbestanden, welche Vertragsstrafen auslösen können, darf nicht dazu führen, dass der Höchstbetrag bei an sich nur einer geringfügigen Verzögerung vollständig verwirkt ist, denn es könnte dadurch bereits bei nur geringfügigen Überschreitungen von pönalisierten Einzel- bzw. Zwischenterminen zur Verwirkung der Gesamtstrafe unabhängig davon kommen, ob der Endtermin eingehalten wird.

(Vgl. BGH, Urteil vom 14.1.1999 – VII ZR 73/98, 1108 = IBR 1999, 157; BGH 18.1.2001 – VII ZR, 238/00, BauR 2001, 791, 792 = NJW-RR 2001, 738 = IBR 2001, 165; OLG Hamm 10.2.2000 – 21 U 85/98, BauR 2000,1202, 1203 = MDR 2000, 881 = IBR 2000, 489; OLG Jena 10.4.2002 – 7 U 938/01, BauR 2003, 1416 = NJW-RR 2002,1178 = IBR 2002, 542, unter zutr. Hinweis darauf, dass sich der für eine Zwischenfrist eingetretene Verzug geradezu zwingend auf die Folgefristen auswirke und bei Nichteinhaltung dieser wiederum eine eigenständige Vertragsstrafe ausgelöst werde.